Erfolgreiche Premiere des Zeitzeug*innen – Films am 26. November

Im Zusammenhang mit den Veranstaltungen zum 80. Jahrestag des Endes von Krieg und Faschismus wurde von dem „Offenbacher Bündnis 8. Mai“ auch ein Film mit Zeitzeuginnen-Interviews vorbereitet. An der Suche nach geeigneten Männern und Frauen, die den 26. März 1945, den Tag der Befreiung Offenbachs durch die US-Armee, in ihrer Stadt erlebten, haben sich die NaturFreunde, der VVN-BdA, Gewerkschaften und die OFI beteiligt.

Die Gruppe der Interviewten wurde ergänzt von Menschen, die sich auf einen Aufruf in der Presse gemeldet hatten. Im Gärtnerhäuschen wurden schließlich 11 Männer und Frauen im Alter von 86 bis 97 Jahren einzeln interviewt. Der Dokumentarfilmer Vladimir Majdandzic brachte dafür unter anderem seine Kameras, Scheinwerfer und Mikrofone in das Gärtnerhäuschen.

Die sieben Interviewerinnen haben vor der Kamera Gespräche geführt mit: Emmi Dingeldein, Günter Diels, Rudi Sommer, Theo Beez, Edith Glück, Gisela Eichner, Ria Becker-Faller, Helga Feuerbach, Wolfgang Reuter, Martha Rüthing und Werner Thüringer. Ihre Geschichten sind unterschiedlich. Sie erzählen von Hunger, kindlicher Begeisterung für Hakenkreuzfahnen, Angst bei Bombardierungen der Stadt, Begegnungen mit dem Tod, Flucht in den Bunker oder Diskriminierung wegen der Anti-Nazi-Haltung und Haft des Vaters. Bei der Ankunft der Amerikaner in Offenbach empfanden sie Erleichterung, aber auch etwas Angst vor den zumeist dunkelhäutigen Männern. Das Leben war für die Kinder wieder leichter und ohne Angst, auch wenn sie oft nicht genug zu essen hatten.

Bei der Premiere des Films am 26. November im SCAPE war der Laden des Wetterparks in der Frankfurter Straße rappelvoll. 114 Besucherinnen wurden gezählt, und das SCAPE-Team musste alle Sitzgelegenheiten zusammen suchen, damit Jede und Jeder einen Platz fand.

Jihae An, die Gastgeberin des Abends begrüßte alle Gäste zu diesem Abend im Rahmen des „Demokratie-Wohnzimmers“. Manuel Schmidt von der IG Metall übernahm die weitere Begrüßung und nannte auch die finanziellen Förderer des Filmprojekts: den Sozialfond der Hans-Böckler-Stiftung und die Partnerschaft für Demokratie Offenbach: Demokratie leben.
Zu Beginn trugen 3 Jugendliche des Kinder- und Jugendparlaments ihre Forderungen zum Thema Frieden und die Ablehnung einer neuen Wehrpflicht vor, bevor sie einige Zitate aus den Interviews vorlasen. Sie hatten auch schon in der Vorbereitung der Interviews eigene Fragen beigesteuert.
Der dann folgende gut einstündige Film bewegte viele der Besucherinnen und auch die anwesenden Zeitzeuginnen. Anschließend gab es Fragen aus dem Publikum, einen großen Dank an die Zeitzeuginnen, den Dokumentarfilmer Vladimir Majdandzic, die IG Metall und die Geschichtswerkstatt Offenbach. Der Film soll jetzt Schulen angeboten werden, und das Stadtarchiv bekommt ein Exemplar. Man kann den Film außerdem bei der IG Metall Offenbach ausleihen. Alle Beteiligten hoffen jetzt, dass die Berichte der Zeitzeuginnen noch von vielen, besonders jungen Menschen angesehen und gehört werden, als Mahnung und Warnung, was Kriege mit den Menschen und besonders mit den Kindern macht.

Der Film wird am 19. April 2026 um 15:00 Uhr noch einmal im Bernard-Saal gezeigt. Wir weisen dann darauf hin.

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