Leid von Kindern und Jugendlichen im Erziehungsheim in Mühlheim

Am 22. März wird ein Denkmal und eine Ausstellung eröffnet

Das Kreiserziehungsheim in Mühlheim wurde 1895 gebaut. Heute ist in dem Gebäude am sogenannten BePo-Kreisel die Verwaltung der Hessischen Hochschule der Polizei untergebracht.

Ab 1933 änderte sich der Umgang mit den etwa 100 Kindern und Jugendlichen in dem Heim erheblich. Nach einer zuvor relativ fortschrittlichen Pädagogik folgten nun immer mehr Erniedrigung, psychische und körperliche Gewalt. Schlechte Ernährung, rassistische Begutachtungen, Zwangssterilisationen und Misshandlungen bis zum Tod gehörten unter der Leitung des Direktors Hans Hofmann zum Alltag der Mädchen und Jungen. Mehrere Jugendliche wurden auf Betreiben Hoffmanns in die Tötungsanstalt Hadamar gebracht.

Jetzt soll vor dem früheren Eingang zu dem Heim in der Tilsiter Straße eine Gedenkinsel mit einer Skulptur und einer Informationstafel entstehen. Diese werden am 22. März um 11:00 Uhr eingeweiht. Am darauf folgenden Samstag und Sonntag ist in den Räumen der Verwaltung der Polizeihochschule jeweils von 10:00 -16.00 Uhr eine Ausstellung mit Bildern und Texten zu dem Heim zu sehen.

Diese Ausstellung wird nach den Osterferien im Mühlheimer Stadtmuseum am 14.4. um 14:00 Uhr vom Mühlheimer Geschichtsverein eröffnet. Danach ist sie dort noch an den vier folgenden Sonntagen  21.4., 28.04., 5.5. und 12.5. jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr zu sehen.

Im Mai schließt sich im Mühlheimer Rathaus eine Vortragsveranstaltung mit Jessica Hennig und Margret Hamm zum Thema Zwangssterilisation und „Euthanasie“  an. Der Termin ist noch nicht sicher.

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